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Liebe Lesende,
die handelspolitischen Debatten der vergangenen Wochen zeigen deutlich: Europa muss seine Rolle in der Weltwirtschaft neu justieren – selbstbewusst, regelbasiert und mit klarem Blick auf die eigenen Interessen.
Im Verhältnis zu den Vereinigten Staaten gilt dabei weiterhin: Vorteile kann es nur gegen verbindliche Garantien geben. Verlässlichkeit, Rechtssicherheit und faire Bedingungen auf beiden Seiten sind die Grundlage jeder tragfähigen transatlantischen Zusammenarbeit. Das Europäische Parlament setzt sich deshalb mit Nachdruck dafür ein, dass europäische Interessen konsequent gewahrt werden.
Gleichzeitig müssen wir unsere wirtschaftliche Resilienz stärken. Der Zugang zu kritischen Rohstoffen wird immer mehr zu einer strategischen Frage. Neue Partnerschaften – etwa im Rahmen eines Abkommens mit Australien – können hier eine Schlüsselrolle spielen und zu einem echten Gamechanger für unsere industrielle Zukunft werden.
Doch nationale und bilaterale Initiativen allein reichen nicht aus. Eine funktionierende multilaterale Handelsordnung bleibt unverzichtbar. Die Reform der Welthandelsorganisation ist deshalb längst überfällig. Wir brauchen moderne Regeln, die aktuellen Herausforderungen gerecht werden und für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen.
Wie anspruchsvoll diese Balance ist, zeigt auch das EU-Mercosur-Abkommen, das am 8. April im Mittelpunkt einer Diskussionsveranstaltung steht. Handel, nachhaltige Entwicklung und faire Standards müssen zusammen gedacht werden. Wenn wirtschaftliche Chancen und ökologische sowie soziale Verantwortung Hand in Hand gehen, kann ein solches Abkommen langfristig überzeugen.
Herzlichst
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